August 2011 - Die Zeit vergeht so schnell

Es war doch gerade erst Mai. Ich dachte es dauert noch eine Ewigkeit, bis ich nochmals nach Malawi kann, um dort meine sieben Sachen zu packen und Abschied zu nehmen. Doch nun ist es schon vorbei. Ich war beinahe vier Wochen lang in Malawi, habe meine Dinge aussortiert, eingepackt, manches verschenkt oder verkauft. Es ist schon ein komisches Gefühl, so vieles zurück zu lassen.

Es war aber auch eine sehr ermutigende Zeit. Marion und ich waren in Balaka und in den Dörfern unterwegs, in denen wir gearbeitet hatten. Dort durfte ich nochmals in der Kinderkirche die Geschichte erzählen und in den Gottesdiensten predigen. Mich freute es, dass ich nach der langen Zeit immer noch gut Chichewa sprechen konnte. Doch das größte war für mich zu sehen, dass einige Jungscharen immer noch bestehen, Mitarbeiter noch dabei sind und dass es sogar neue Mitarbeiter gibt, die die Kinder unterrichten. Gott hat auch in der Zeit, in der ich

nicht in Malawi war gewirkt und wird es auch weiterhin tun.

Hier ein paar Eindrücke der letzten Wochen. Danke an Euch in Malawi für die gute Zeit! Zikomo!

Beim Umsteigen in Addis – mein Gepäck kam an! Hat mich echt gewundert

 

In Chisomo angekommen hab ich gleich meine Dinge ausgepackt

 

Die afrikanische Sonne geht unter

 

Im Liwonde Nationalpark – Joachim war mit seinem Kurzzeit-Mitarbeiter und mir im Park

 

Sternenhimmel – der wird mir hier in Deutschland fehlen. Es gibt soooooooooooo viele Sterne

 

In den Gottesdiensten

 

Nette Haustiere … ziemlich giftig
Puffotter

 

Unterwegs sein war nicht einfach, denn überall im Land fehlte der Treibstoff

 

Am See mit Kollegen

 

Am Flughafen wurde ich von meinem Verlobten ganz lieb empfangen. Ja, wir haben uns verlobt :-)

 

So, das wars von mir. Meine Arbeit mit der Liebenzeller Mission habe ich nun beendet. Ich hatte eine gute Zeit – danke an Euch alle in Liebenzell! Es war klasse, mit Euch zusammen zu arbeiten. Danke!

Eure Damaris

 

 

Mai 2011 - Rundbrief Nr. 11

Liebe Freunde, Beter, Spender, Verwandte,

heute erreicht Euch mein vorerst letzter Rundbrief als Missionarin der Liebenzeller Mission.

Ich kann nur staunen, was Gott in den letzten Monaten alles gemacht hat. Ein Jahr Reisedienst, viele gefahrene Kilometer, tolle Begegnungen, viele Malawibilder gezeigt, viele Fragen beantwortet, Kinderstunden, Jungscharen, Teenkreise, Konfi-Unterricht, Jugendkreis, Hauskreise, Gottesdienste, Freizeiten … Und das Tollste:

Gott war mit dabei und hat bewahrt.

Ein ganzes Jahr habe ich erzählt, dass ich wieder nach Malawi ausreisen werde. Und das dachte ich wirklich. Eigentlich wollte ich im März wieder ins Flugzeug steigen und in meiner zweiten Heimat Malawi ankommen. Doch es kam anders. Ich musste wegen einer kleinen Operation noch eine Weile hier in Deutschland bleiben. Seitdem arbeite ich im Büro in Liebenzell mit. Nun hat sich aber in dieser Zeit auch noch etwas für mich Lebensveränderndes zugetragen.

Ich – nein, wir – haben uns befreundet. Um dieser Freundschaft eine Chance zu geben, haben wir uns entschlossen, dass ich in Deutschland bleibe. Das ist für mich kein leichter Schritt. Die Mission und die Arbeit in Malawi liegen mir sehr am Herzen. Ich freute mich auf die Kinder in Afrika und auf das etwas andere Leben in diesem mir liebgewordenen Land. Doch nun ist es für mich dran, neue Wege zu gehen.

Ich würde mich freuen wenn Ihr für mich – ich meine „uns“ (Martin und ich) – betet. Ihr merkt es ist noch alles neu.

Ich möchte DANKE sagen für Eure treue Unterstützung. Ihr habt es ermöglicht, dass ich fast vier Jahre in Malawi arbeiten konnte. Viele Kinder haben Gottes Wort gehört,

Mitarbeiter wurden ausgebildet und ermutigt. Nun liegt es an ihnen, dass sie weiter machen. Gott möge ihnen dabei helfen. Ich selbst werde voraussichtlich nicht mehr in Malawi weiterarbeiten, aber die Arbeit der Liebenzeller Mission läuft dort weiter. Daher würde es mich freuen, wenn Ihr das Land weiter auch durch Eure Gebete und Spenden unterstützt. Wer weiterhin dafür spenden möchte, kann als Verwendungszweck „Arbeit Malawi“ angeben. Vielen Dank.

Mein Jahreslos für das Jahr 2011 lautet: „Gottes Pläne sind zum Staunen, und er weiß genau, wie er sie zum Ziel führt.“ (Jesaja 28,29)

 Ja, ich kann nur staunen und verstehe seine Wege und Zeitplanung gerade nicht. Doch er hat einen Weg wie es in dem Lied von Don Moen heißt:

God will make a way,
where there seems to be no way.
He works in ways we cannot see.
He will make a way for me.
He will be my guide,
hold me closely to His side,
with love and strength
for each new day.
He will make a way.
He will make a way.

Gott wird einen Weg bahnen,
wo es scheinbar keinen Weg gibt.
Er wirkt auf Wegen, die wir
nicht sehen können.
Er wird einen Weg
für mich bahnen.
Er wird mein Leiter sein,
mich nah an seiner Seite halten,
mit Liebe und Stärke
für jeden neuen Tag.
Er wird einen Weg bahnen.
Er wird einen Weg bahnen.

Was die Zukunft bringt weiß Gott und ich weiß mich in seiner Hand.

Mit diesem Frühlingsbild möchte ich mich bei Euch bedanken. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja bald. Gott mit Euch!

                         Eure Damaris
 

P.S. Wer möchte, kann sich >hier den Rundbrief als PDF anzeigen lassen.

 

Januar 2011

Schulranzen packen, Vesper richten, Schulweg hinter sich bringen, Lehrer und Mitschüler haben … Ja, genau! Ich drücke gerade wieder die Schulbank. Als ich mit der Schule fertig war, dachte ich: „Juhu, ich hab es hinter mir!“ Doch dann kam die erste Ausbildung als Kinderpflegerin. Als ich diesen Abschluss machte, dachte ich: „Endlich – jetzt bin ich aber wirklich fertig mit lernen!“ Doch dann kam die Ausbildung am Theologischen Seminar – und da merkte ich, dass ich noch nie richtig gelernt hatte. So lernte ich erst mal, wie man richtig lernt. Als ich dann die Ausbildung abgeschlossen hatte, wusste ich: „Jetzt reicht es! Zwei Berufe sind genug!“ Und ich wollte nicht mehr lernen.

Dann kam ich nach Kanada! Sprachschule! Wieder lernen! Dann Malawi – Chichewa lernen …

Ich habe festgestellt, dass man wohl nie auslernt. Und je mehr ich gelernt habe, desto mehr merke ich, wie viel ich noch nicht weiß! Und jetzt – was lerne ich jetzt?

Ich habe mich eingeschrieben für ein Masterprogramm an der AWM (Akademie für Weltmission). Das heißt, dass ich immer wieder im Heimataufenthalt Unterricht habe und auch Semesterarbeiten zu schreiben habe. Es ist klasse, denn so reflektiert man, was man im Einsatzland gemacht hat, und wie man im nächsten Term in Malawi Dinge neu angehen kann.

Ansonsten war ich in den letzten Monaten in verschiedenen Gemeinden unterwegs und habe von Malawi berichtet. Es war echt schön, viele von Euch zu sehen. Vielen Dank für Euer Interesse und all Eure Unterstützung!

Planänderung: Eigentlich war geplant, dass Marion Engstler und ich am 9. März wieder zusammen nach Malawi fliegen. Leider hat sich mein Flug verschoben, da ich noch eine geplante OP haben werde. Ein neuer Reisetermin steht noch nicht fest. So bin ich gespannt, was die nächsten Monate bringen werden. Ich freue mich, wenn ihr weiter an mich denkt und für mich betet!

Mit dieser Planänderung hatte ich nicht gerechnet. Zum einen ist es ja auch schön, noch etwas länger in Deutschland zu sein. Ich freu mich vor allem, dass ich mitbekommen werde, wie meine Eltern umziehen. So kann ich mir in Zukunft in Malawi, wenn wir am Telefon miteinander reden, besser vorstellen, wo sie sind. Es ist auch toll, noch etwas länger die Freunde und die deutschen Vorzüge zu genießen. Doch ich freu mich schon wieder auf die Arbeit in Malawi.

In diesem Jahr haben wir auch wieder Jahreslose gezogen. Und meines lautet:
Gottes Pläne sind zum Staunen, und er weiß genau, wie er sie zum Ziel führt.
(Jesaja 28,29)

Ein schöner und sicher auch passender Vers. Es ist gut zu wissen, dass Gott einen Plan für mein Leben hat und dass er das Ziel kennt!