November 2008

Entwicklungsland Malawi

Was versteht man unter Entwicklung? Für mich hat das mit Fortschritt zu tun. Zum Beispiel werden gerade Straßen neu geteert und das Stromnetz ausgebaut. Auch Handynetz wird flächendeckender, denn überall kann man die neuen Masten sehen. Es gibt mehr und mehr Dinge hier im Land zu kaufen (große TV Flachbildschirme, Computer, Plastikweihnachtsbäume, ... ). Na ja zumindest wird versucht, dass sich alles weiter entwickelt. Auf der anderen Seite wird die Internet Verbindung schlechter und schlechter, Päckchen kommen nicht immer an, die Telefonleitungen sind ständig gestohlen, die Preise steigen in einer Geschwindigkeit, dass es einem schwindelig werden könnte, und wie ihr wisst, wird der Euro immer weniger wert wenn wir ihn hier tauschen.

Außerdem ist es für mich das erste “Hungerjahr” in Malawi. Dieses Jahr war die Ernte nicht so gut ausgefallen und so ist bei vielen Familien der Mais schon ausgegangen. Doch Mais ist das Hauptnahrungsmittel in Malawi. Daraus wird Nsima (Maisbrei) gekocht. Nun kommen Leute und fragen nach Arbeit damit sie sich etwas zu essen kaufen können. Doch wem können und sollen wir helfen? Nicht alle die an unsere Tür klopfen sind ehrlich. So fragt man nach dem Zuhause und ob sie schon was gegessen haben, wie groß die Familie ist usw. Wir können oft nicht wirklich abschätzen bei wem Hilfe angebracht ist, doch die Leute erwarten Hilfe in irgend einer Form.
Die Regierung unterstützt die Leute in dem sie (lange nicht genügend) Coupons für die Bedürftigsten ausgeteilt hat. Wer einen solchen Coupon bekommen hat, kann nun Dünger für den Maisacker günstig bekommen. (1600 MWK für 2 Säcke anstatt 22 000 MWK). Ohne Coupon kann sich niemand Dünger leisten denn ein Arbeiter verdient vielleicht 200 - 300 MWK am Tag wenn er Arbeit hat, doch auch das sind die wenigsten. So bleibt den Leuten nur Geld auszuleihen. Doch mit dem Zurückbezahlen wird es meist sehr schwierig. So kann ich auch nicht einfach das Geld verteilen. Zumal wir immer wieder mitbekommen wie Leute beklaut oder betrogen werden! Auch Schulden von vor einem Jahr werden totgeschwiegen, mit der Hoffnung, dass man sie vergisst.

Doch nun sind wir hier als Missionar und wir kamen um zu helfen. Wie geht man da mit Enttäuschungen um?
Malawier trauen sich gegenseitig nicht, doch wollen wir auch so misstrauisch sein? Eigentlich nicht.

Im Monatsspruch für November steht das Wort aus Jesaja 58,10

WENN DU DEN HUNGRIGEN DEIN HERZ FINDEN LÄSST
UND DEN ELENDEN SÄTTIGST,
DANN WIRD DEIN LICHT IN DER FINSTERNIS AUFGEHEN


Immer wieder muss ich mir selbst sagen, dass es nicht in meiner Verantwortung liegt, ob die Leute die zu mir gekommen sind, lügen oder nicht. In meiner Verantwortung liegt es, den Leuten so gut ich kann zu helfen. Doch das fällt uns Deutschen mit unserem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gar nicht so leicht!

Doch was gibt es noch zu berichten. Die Mitarbeiterschulung (für Kinderkirchmitarbeiter) haben wir nun abgeschlossen und es besteht Bedarf zum Weiterlernen. Da müssen wir mal sehen, wie wir das gut regeln können. Die Kids Club’s werden gut besucht und es gibt immer eine Menge Spaß wenn wir versuchen ein paar neue (deutsche) Spiele zu lernen.

Es ist November und auch in diesem Jahr überlege ich wie ich mich auf die Advents- und Weihnachtszeit einstellen kann. Es ist wieder sooooooooooooooooooooooooooooooo heiß. Das Thermometer geht seit Tagen/ Wochen nicht mehr unter die 30°C Marke. So fällt es auch nicht leicht zu schlafen. Die beste Abhilfe ist oft zu duschen und nasse Kleidung anzuziehen, oder sich mit einem nassen Tuch zuzudecken. Schwitz!

 

August 2008
100 Kinder - mal mehr mal ein paar weniger. Das ist unser Kids Club. Jeden Freitag treffen wir uns in unserem Hof. Alles Kinder aus der Nachbarschaft und alle haben ein menge Spaß. Singen, Spielen und Geschichten aus der Bibel lassen die Kinder begeistert sein. Und wenn ich in die Kinderaugen schaue, dann weiß ich einfach, dass ich hier in Malawi am richtigen Platz bin


Es ist schon krass, nun bin ich schon zwei Jahren hier in Malawi. Einerseits ist die Zeit wie im Flug vergangen und andererseits lag so viel in den zwei Jahren. So viel Neues galt es kennen zu lernen, so viele Worte in Chichewa und in einem afrikanischen Englisch zu verstehen. So viel Sitten und Gebräuche die anders sind als unsere galt es anzunehmen. Und ich bin froh, dass ich sagen kann dass ich gerne hier bin.
Das liegt aber nicht nur an Malawi, sondern auch daran, dass wir ein gutes Missionarsteam sind. Auch bin ich froh, dass wir durch unsere Mission in Bad Liebenzell gut versorgt und abgesichert sind. Das ist nicht selbstverständlich. Danke da der Liebenzeller Mission!
Im Januar werde ich meinen Urlaub in Deutschland verbringen. Auf diese Zeit freue ich mich, und vielleicht sehe ich ja einige von euch! Doch bis dahin wird auch noch einiges hier sein. Die Mitarbeiterschulungen die ich unterrichte werde ich hier in Balaka zu Ende bringen, doch weiter die Mitarbeiter in ihren Sonntagsschulen besuchen. Den Kids Club werde ich wegen der wachsenden Kinderzahlen in zwei teilen müssen und es gilt weiter die Sprache zu lernen und die Zukunft zu planen und vorzubereiten.
Außerdem haben wir Zuwachs bekommen. Da man hier lebendige Geschenke bekommt gehören nun noch zwei Tauben und unserem Haushalt, dem Hasen wird es nächste Woche an die Kehle gehen und das Huhn welches noch zu klein zum Essen ist haben wir in Pflege gegeben. Denn unsere Hunde lieben frisches Fleisch und sind gute Fänger. Das mussten schon mehre Nachbarstiere erfahren als sie über die Mauer kamen.
Da es bei euch nun wieder kühler wird und die Tage kürzer, heißt das für uns dass die Tage länger werden und es vor allem wieder wärmer wird. Das heißt es kann dann am längsten Tag bis 18.30 Uhr hell sein, am kürzesten Tag ist es ca. 17.30 Uhr.

Beim Einkaufen bekommt man manchmal Dinge angeboten, die wir mit Sicherheit nicht brauchen! Eigentlich wollten wir Bohnen kaufen, doch als wir an der Straße angehalten haben, sahen wir, dass es Gumbis waren. Die sehen aus wie wurmige Käfer mit langen Flügeln, die aber abfallen wenn man sie berührt! Die Leute rösten sie in der Pfanne und essen sie als Snack oder als Beilage zum Maisbrei.
Auch wie man Gemüse usw. kauft ist hier anders als Zuhause! Und natürlich muss man immer mit dem Preis handeln. Dinge haben hier nämlich den Wert, den der Käufer bezahlen kann!

Mai 2008

Einkaufen

Wieder einmal hatten wir eine Fahrt nach Blantyre. Zum einen da unser Auto zum Kundendienst musste, zum anderen weil wir noch einiges besorgen mussten. Doch auch da fiel uns wieder einmal auf, dass wir in Malawi sind. Denn das was versprochen war, wurde nicht gemacht und so müssen wir halt mal wieder hin fahren.

Debora Jägers wollte nun endlich beim fünften Versuch ihren Führerschein bekommen, dieses Mal wurde sie wieder vertröstet, sie soll wieder in ein paar Wochen kommen. Sie haben immer noch Probleme mit den Computern. Bin ich dankbar dass ich meinen Führerschein schon habe. Debora musste sogar eine richtige Fahrprüfung machen!

Ein anderes Mal sind wir an einer sehr viel befahrenen Straße entlang gegangen, und ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass mitten auf der Kreuzung jemand sein Auto abgestellt hatte. Die Härte war, dass ein Kind auf dem Beifahrersitz herumgeturnt ist und darauf gewartet hat, dass Papa bald wieder kommt. Die Autos kamen alle angesaust und rechts und links an dem Kind vorbei. Zum Glück haben alle das Auto rechtzeitig gesehen.
 

März 2008
Tisch und Lehrerin
Ich habe vor kurzem für uns einen Tisch gebaut, nun kann ich mit meiner Lehrerin unter unserem Dächle im Freien sitzen! Das ist vor allem in der heißen Jahreszeit wirklich toll! Als ich den Tisch gebaut habe, waren unsere Wächter so fasziniert, dass eine Frau und dazu noch eine weiße Frau das kann! Außerdem waren sie über mein Werkzeug begeistert. Wer hätte denn gedacht, dass so ein dünner Draht in der Laubsäge Holz zersägen kann! Sie waren so fasziniert, dass sie mir nicht von der Seite gewichen sind. Doch so ergaben sich wirklich gute Gespräche! Ich glaube, ich sollte noch öfters was bauen. Angebote hätte ich genug. Jeder meinte, ich solle ihnen doch auch so einen Tisch bauen!

Regenzeit
Nun ist das Ende der Regenzeit absehbar, doch irgendwie sind alle auf die Ernte gespannt. Niemand weiß so recht, was er ernten wird. Doch jeder weiß, es wird nicht genug sein! Zum einen weil die Regenzeit zu früh angefangen hat so wusste man nicht ob man schon pflanzen soll, zum anderen weil es dann doch noch mal einige Wochen trocken war. Und dann gab es noch in vielen Teilen des Landes zu viel Regen. Also zu trocken, zu viel Regen und nicht regelmäßig! Haben wir es doch gut in Deutschland, die meisten Leute machen sich gar keine Gedanken über die Ernte! Hier wird jeder freie Fleck mit Mais bepflanzt, denn wenn ein Malawier keinen Maisbrei bekommt, sagt er, er hat nicht gegessen! Ich finde das Land in dieser Zeit sehr schön, denn alles ist grün und frisch! Man kann den Pflanzen wirklich beim Wachsen zuschauen in dieser Zeit.

Kindergottesdienst

Ich besuche zur Zeit immer wieder Sonntagsschulen in Balaka. Vor kurzem wartete ich mit vielen Kindern auf einen Mitarbeiter. Doch niemand kam, so fragte ich einen der Erwachsenen, ob da denn noch jemand kommt, und er meinte: Ja, ja, sie sind nur noch nicht angekommen. Die Kinder saßen geduldig vor der Kirche und warteten! So fragte ich ob sie nicht Lust auf ein Spiel hätten. Klar hatten sie. So spielten wir drei Spiele. In dieser Zeit kamen immer noch mehr Kinder. Nach einiger Zeit waren es ca. 60 Kids. Ich fand es schade sie nun einfach wieder nach Hause zu schicken. Von den Erwachsenen drum rum machte keiner etwas und so gingen wir in die Kirche und ich habe meine erste UNVORBEREITETE Kinderkirche gehalten! Und das Wunder war, dass die Kinder mich und die Geschichte, die ich erzählt habe, verstanden haben. Danach ließ ich die Geschichte von dem blinden Bartimäus nachspielen! Das machte allen Spaß. So hatten wir eine gute Zeit zusammen.

Der Pfarrer der Gemeinde erzählte mir danach, dass von den drei Mitarbeitern niemand gekommen sei, da eine auf einer Beerdigung war, die andere irgendwo einen Besuch gemacht hat und die dritte war krank!
Februar 2008

Auto
Wir haben ein neues Auto bekommen. Das ist nun richtig nett. Leider ist es ein Singlecap. Also es hat keine Rücksitzbank. Wenn wir zu zweit unterwegs sind ist das ganz okay, doch mir tun immer die leid, die im Kofferraum sitzen müssen. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen!
Leider ist das Dach für den Kofferraum nicht dicht, und es regnet voll rein! So müssen wir mal schauen ob man das richten kann.

Sonnenblume
Ich wollte gerade eine Sonnenblume pflanzen. So hatte ich unseren Wächter gebeten Erde in die Töpfe zu füllen. Das hat er dann auch gemacht. Doch leider ist die Erde nicht vergleichbar mit der schönen dunklen Erde, die man in Deutschland in die Töpfe macht. Ich habe etwas Wasser darüber gegossen und nun habe ich einen Topf mit Matsch! Mal schauen ob Sonnenblumen auch im Matsch aufgehen?

Container 13.2.08
Nkhani ya Container - Die Geschichte des Containers.
Gestern haben wir einen Container für das neue Projekt in Chilonga bekommen. Wir Missionare waren alle um 8.30 Uhr wie ausgemacht in Zomba zum Ausladen. Beim ersten Anruf fragte der Zollbeamte ob der Container angekommen sei. Beim zweiten Anruf fragte er nochmal. Beim dritten Anruf erklärte er, dass er unterwegs den Container gesehen hat. Der Laster hatte eine Panne. Nun muss erst noch ein Keilriemen besorgt werden. Also um ca. 13.00 Uhr kam der Container endlich an, und konnte fast nicht in den Hof rein fahren, da der kleine Laster viel zu wenig PS hatte und die Bremsen auch nicht richtig funktionierten. So war es ein langes hin und her, bis der Laster da war wo er stehen sollte. Nun dann wurde alles ausgeladen! Als das Siegel des Containers aufgesägt wurde und die Tür geöffnet, sah ich gleich meine neue Matratze. :) Nun kann ich hoffentlich gut schlafen. Dann kamen viele, viele Dinge für das neue Projekt an. Kinderkleider, Decken, Papier, Maschinen, ein Baugerüst... und und und wurde alles fürs Projekt gespendet. Nach dem alles ausgeladen war, musste der Container vom Laster in Volz’ Garten gestellt werden, da zurzeit die Straßen zu schlecht sind um den Container ins Dorf zu fahren!
Es wurde versucht mit der Seilwinde am Auto den Container herunter zu ziehen. Doch das ging nicht :( Dann mit unterlegen von Rollen. Ging auch nicht , schlussendlich wurde der Container dann an einen Baum und zwei Autos angebunden und der Laster ist drunter weg gefahren. Mit einem lauten Knall, lag der Container dann in der Hofeinfahrt von Volz. Da wird er nun auch bleiben für ne ganze Weile! So musste dann alles vom Projekt wieder eingeladen werden. So waren wir beschäftigt bis es Nacht war!
Nun habe ich etwas Muskelkater und Blasen an den Füßen! Nichts mehr gewöhnt sag ich euch!
Zuhause angekommen habe ich meine drei Eimer ausgepackt und gefreut was da alles raus kam! Danke an Mama und Papa und Debora, dass ihr so viel Leckeres und Nützliches eingepackt habt! Nun muss ich mir nur noch ein neues Bett passend zur Matratze bauen lassen!

Telefon

Seit zwei Tagen versuchte ich ins Internet zu kommen, aber es hieß immer kein Freizeichen. Da das nichts ungewöhnliches hier ist dass das Telefon mal nicht geht, dachte ich mir nicht gleich etwas. Doch nun hat sich herausgestellt dass wir wegen anscheinend nicht bezahlter Telefonrechnung abgeschnitten wurden. Letzte Woche kam schon eine Mahnung, und darauf hin sind wir gleich ins Büro um ihnen zu zeigen, dass wir alle Rechnungen bezahlt hatten. Dabei stellte sich heraus, dass wir eine Rechnung nicht bekommen haben und dass eine andere, welche wir bezahlt hatten, nicht im Computer vermerkt war! So bezahlten wir die offene Rechnung und dachten nun sei alles okay. Doch anscheinend wurde auch das wieder nicht weiter gemeldet und nun haben wir kein Telefon mehr. Als wir heute morgen nachfragten, wurde uns versprochen, dass wir noch heute wieder angeschlossen werden!

Nun dann mal sehen wie lange es wirklich braucht! (Nachtrag: es dauerte eine ganze Woche!)

Januar 2008

Nun starte ich mal einen Versuch, meine Homepage von Malawi aus zu aktualisieren. Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr.

Aktuell gibt es von hier gerade nicht viel zu berichten! Es ist Regenzeit und so laden die Straßen zur Schlammschlacht ein. Doch so sind dann auch die langen Autofahrten immer wieder ein Abenteuer.

Von Weihnachten merkte man auch in diesem Jahr nicht viel und Neujahr haben wir geschlafen. Wir haben Heilig Abend mit unseren holländischen Missionars-kollegen gefeiert! Sie haben sich unserer deutschen Tradition angepasst, und mit uns am 24.12 gefeiert! Kulturunterschiede gibt es nämlich auch da. Holländer überreichen normalerweise auch nur ein Geschenk! Dort wird vorher ausgemacht, wer wem etwas schenkt. Und dann werden die Geschenke auch schon vom Nikolaus am 5. 12 gebracht. An Weihnachten geht man dann in die Kirche.

Auch bei Geburtstagen freue ich mich, dass wir Deutsche sind! Denn Holländer essen nur ein Stück Kuchen, wogegen die Kanadier sich den Teller so voll laden, dass nichts mehr drauf geht. Wir Deutschen laufen halt ein paar Mal und dann fällt es auch nicht auf, wie viel man isst ;o)

Südafrika

Im November - Dezember sind Marion und ich in unseren Urlaub nach Südafrika geflogen! Es tat so richtig gut aus den Tropen heraus zu kommen, Hosen zu tragen und einfach mal nicht Chichewa sprechen zu müssen. Einkaufen gehen, Essen gehen und das wunderschöne Land anschauen. Wir hatten eine klasse Zeit! Von Port Elizabeth sind wir nach Kapstadt mit einem Mietwagen gefahren. Dort konnten wir uns fast wie in Deutschland fühlen! Es gab alles zum Einkaufen. Im Paulaner Biergarten gab’s Weißwürste und Leberkäse. Und bei einem deutschen Metzger haben wir dann noch Landjäger bekommen. Mmmm lecker! Ihr glaubt nicht, über was man sich alles freuen kann!

Wir haben in der Zeit sehr viel gesehen und erlebt. Wale, Elefanten, Wölfe, Pinguine, Vögel, Strauße, ... sind uns über den Weg gelaufen. Abenteuer hatten wir bei “Waterfall Zipline”. Da ging es an einer Seilbahn über den Wasserfall hinweg. Beim Bungee Jumping habe ich dann doch lieber zugeschaut. (Das war dann doch etwas zu teuer!) Den Wellenreitern in Jeffreys Bay zuzuschauen war wirklich interessant. Durch die Cango Caves (Höhlen) zu robben war ein Abenteuer für sich! Wir machten die Tour bei der dabei stand (only for slim people - nur für dünne Leute) Es war wirklich supereng. Einmal musste man durch den so genannten Kamin nach oben steigen. Und da dachte ich schon, es sei eng, doch dann kam der Postkasten. Das war ein Felsspalt, der nur 27 cm breit war. Und da sollte ich durchrutschen! Doch es ging und wir sind alle wieder heil rausgekommen. In “Birds of Eden” konnten wir die Vögel in einem Tal hautnah erleben.

Beim Straußenei essen brauchten wir Tage. Es ist einfach doch sehr sehr groß! (Vergleichbar mit 26 Hühnereiern)

Genossen haben wir die Gottesdienste. Einfach mal wieder auftanken tat richtig gut! Da ist mir auch mal wieder aufgefallen, was mir in Malawi fehlt!

Ihr seht langweilig war es nicht! Ein Südafrika-Urlaub lohnt sich wirklich!

Sprache

Wieder zurück in Malawi bin ich wieder voll motiviert die Sprache zu lernen. So langsam sieht man Fortschritte, doch der Weg ist noch lang und der Berg mit den Vokabelkärtchen ist hoch.

Krankenbesuch

Es ist immer wieder interessant in Malawi zu wohnen, denn die Leute sind so anders. Stellt euch vor, ihr seid krank und wollt am liebsten alleine sein. Wenn hier jemand mitbekommt, dass du krank bist, dann kommt er und macht einen Krankenbesuch. Ist lieb gemeint, doch kommt es meinen Bedürfnissen überhaupt nicht entgegen.

Willkommens - Besuche
Oder als wir von unserem Urlaub zurück kamen, bekamen wir Willkommens - besuche, als ob wir für ein ganzes Jahr weg gewesen wären. Es klopfte am Tor und als Marion öffnete, wusste ich, dass unser Tagesplan über den Haufen geworfen wurde. Acht Frauen, welche schon ein paar Stunden gelaufen waren, kamen genau zur Mittagessenszeit hier an, um uns willkommen zu heißen. Für uns hieß das, dass wir erst einmal Ziegenfleisch gekauft haben und Sobo (Sirup) zum Trinken. Und dann kochten wir Töpfe voll Essen. Dazu muss man wissen, dass Malawier ungefähr das dreifache eines Deutschen essen. Und sich ein Besuch dann gelohnt hat, wenn man satt geworden ist!

Maliro - Beerdigung

Wie viele Leute kennst du, bei denen in der Familie schon mal jemand umgebracht wurde? Oder bei wie vielen ist ein Kind gestorben? Es ist erstaunlich, wie oft man hier hört, dass ein Kind , oder jemand anderes aus der Familie gestorben ist. Leute die ich in den vergangenen 1 1/2 Jahren hier kennen gelernt habe, leben zum Teil schon nicht mehr. Der Schreiner, der uns die Fenster eingebaut hat, die Frau die zur Bibelschule ging, das Nachbarskind, das Kind von Volzens Angestellten, das Kind von unserem Gemüseverkäufer...

Viele Leute haben AIDS, oder Kinder sterben an Malaria. Es gibt viele Krankheiten, bei denen man in Deutschland nicht sterben würde, doch die ärztliche Versorgung ist einfach nicht ausreichend. Krankenhäuser haben keine Medikamente, machmal auch, weil die Ärzte diese auf dem Schwarzmarkt verkaufen.

Korruption

Ich habe schon gemerkt, dass ich keinen guten Diplomat abgeben würde. Auf den Ämtern hier in Malawi braucht man eine Eselsgeduld. Man wird dann bedient, wenn jemand arbeiten möchte. Man bekommt immer zu spüren, dass man am kürzeren Hebel sitzt und man ja schließlich etwas von ihnen will!

BrilleNein, das ist sie nicht!

Stellt euch vor, ich trage nun ein Nasenrad! Ich habe die Brille bekommen, da ich so oft Kopfweh habe! Und so ging ich zum Optiker und ließ meine Augen testen. Als ich die Brille abholen wollte, sah sie so schrecklich aus. Derjenige, der die Gläser in den Rahmen einschleifen sollte, hatte wahrscheinlich einen schlechten Tag. Denn irgendwie hat das nicht so ganz gepasst und so wurde halt noch etwas Klebstoff dazwischen ge-
macht, damit der Abstand zwischen Rahmen und Glas nicht zu groß ist!
Das ist sie!
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich damit in Deutschland “in” bin! In Südafrika gab es nämlich nur riesengroße Sonnenbrillen. Ist das zur Zeit wieder der Hit?

In Malawi “up to date” (auf dem Laufenden) zu bleiben ist nicht so einfach!

 

 

Nachtwächter

Marion hatte mal wieder mit unseren Nachtwächtern eine Unterredung. Dabei ging es unter anderem auch um Pünktlichkeit. Sie erzählte eine Geschichte über einen Chef und seine Arbeiter. Was soll der Chef machen, wenn die Arbeiter ständig zu spät zur Arbeit kommen? Was kann man tun, wenn ein Arbeiter keine Uhr hat? usw.

Am Ende einigten sie sich, dass die Arbeiter auf jeden Fall pünktlich sein müssen. Kommen sie jedoch mal zu spät, wird etwas vom Lohn abgezogen. Darauf hin fragte einer unserer Wächter: “ Nach welchem Radiosender sie sich richten sollen, schließlich ist bei dem einen Sender 18.00 Uhr zwei Minuten später als beim anderen. :o)