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Äpfel!
Hier sind Äpfel schon ziemlich teuer, wenn man sie in der Stadt kauft. Aber für eine kurze Zeit gibt es Äpfel von hier zu kaufen, die zwar sehr sauer, aber zum Kuchenbacken sehr gut sind. Wir wollten ein paar einfrieren. Dazu soll man sie kurz kochen. Mein Versuch die Äpfel kurz zu kochen misslang schliesslich. Grund: meine Kids zum Spielen kamen in diesem Moment und ich habe den Topf auf dem Herd völlig vergessen. Nun haben wir das Apfelmus eingemacht! Das ist auch super lecker und hier was richtig besonderes!!!
Krankenhaus
Ich musste vor kurzem mal zum Doktor. Den findet man hier nicht in einer Arztpraxis, sondern im Krankenhaus. Also ging ich dort hin! Dort redete ich mit einem Arzt wegen meinen juckenden Augen, und, ohne dass er mir in die Augen geschaut hätte, sagte er mir, dass das eine Allergie gegen die Sonne ist! Ich soll mir eine Brille machen lassen, bei der die Gläser nachtönen, wenn man in die Sonne geht. So eine würde er auch tragen. Ohne Stärke! Dazu muss man wissen, dass Malawier Brillen lieben, da man damit intelligent aussieht!
Wegen Magen- Darm Problemen sollte ich als nächstes eine Urin- und Stuhlprobe abgeben. Dazu bekam ich zwei Gläschen mit einer Öffnung von einem Zentimeter und wurde auf die Toilette geschickt. :)
Danach ging es wieder zu dem Arzt hinein, und er sagte, ich solle jetzt ein paar verschiedene Medikamente nehmen und beten, und wenn die Medikamente nicht wirken, dürfen wir gerne wieder kommen, und er würde dann für mich beten. Er zitierte noch aus Psalm 103 … und heilt alle deine Gebrechen … Stellt euch vor, das würde euch euer Doktor in Deutschland sagen. Ich glaube zwar auch, dass Gott die Gesundheit schenken kann, aber dass das der Doktor meint, war doch nett!
Hoftor
Nach langem Warten bekamen wir nun ein Hoftor an unsere Mauer. Sie brauchten einen ganzen Tag, um dieses Tor einzubauen und wir durften nicht raus noch rein, bis der Zement trocken war. Als wir aber am nächsten Tag mit dem Auto los mussten, ging das Tor nicht richtig auf, da es zu nah an die Wand gebaut wurde. Kein Problem. Das, was zu viel Wand war, wurde einfach wieder weggeschlagen. Nun geht es auf und zu, und nun können unsere Hunde bei Nacht frei herumlaufen!
Hunde und Hühner!
Unsere Hunde lieben frisches Fleisch! Wenn sie es schaffen, sich loszureißen, dann kann es sein, dass sich Nachbars Hühner nicht mehr retten können. So musste Marion schon einen „Sorry-Kuchen“ backen und bei Nachbars beichten. Da wir uns aber gut mit ihnen verstehen, gab es auch kein Problem. Im Gegenteil. Der Nachbar kam und erzählte eine Geschichte! Hier ist sie: Es war einmal ein Bauer, dessen Ziege hatte vom Nachbarn das Getreide gefressen. Der Nachbar kam und sagte er wolle sein Getreide wieder haben. So musste die Ziege geschlachtet werden. Einige Zeit später hat des Nachbarn Kind etwas von dem Brot des Bauern genommen und gegessen. Nun ging der Bauer zum Nachbarn und sagte, dass er sein Brot wieder haben wolle. So musste das Kind…
Was wollte unser Nachbar uns mit der Geschichte sagen? Sicher, dass alles auf Gegenseitigkeit beruht! Er tut uns Gutes und wir ihm!
Ich bin in Malawi
Jetzt bin ich wirklich in Malawi. Seit einigen Jahren habe ich mich auf die Zeit hier vorbereitet. Im letzten Jahr war ich für acht Monate in Toronto, um Englisch zu lernen und vieles über die verschiedenen Kulturen zu erfahren. Doch nun bin ich wirklich hier. Ich konnte es die ersten Tage noch gar nicht fassen. Und auch jetzt, nach den ersten Wochen, ist es manchmal wie in einem Traum. Ich sitze am Schreibtisch, schaue aus dem Fenster und sehe Leute mit Wassereimern, Holz, Maissäcken und vielem mehr auf dem Kopf vorbei laufen. Das sieht für mich so "unwirklich" aus. Und dann die schönen Sonnenuntergänge, die Autofahrt über Staubstraßen mit Schlaglöchern, die anderen Geräusche und Gerüche, Papaya essen, Zitronen und Bananen vor dem Haus haben. Ja, vieles ist anders und es gibt noch so viel zu erzählen. Doch das muss ja nicht gleich alles auf einmal sein.
Zur Zeit wohne ich in Chisomo. Das ist eine Ausbildungsstätte für Pastoren. Hier unterrichten unter anderem Michael Volz und Margit Schwemmle. Bei Margit wohne ich nun für die ersten Wochen, bis Marion und ich in unser Haus in Balaka einziehen können.
Haus
Wir haben schon eins angeschaut, und nun laufen noch die Verhandlungen. Ein paar Dinge müssen am Haus noch gemacht werden, bevor wir einziehen können. Wir werden sicher in den nächsten Wochen mal wieder umziehen können. Es war für mich sehr interessant, als wir das Haus angeschaut haben. Es ist wirklich schön und groß, und ich denke, wenn es mal eingerichtet ist, auch gemütlich. Ich stand nur einige Zeit vor dem Badezimmer und überlegte mir, was dort für mich nicht stimmte. Erst nach einigen Stunden fand ich des Rätsels Lösung: In dem Badezimmer gibt es nur am Ende des Raumes erhöht eine WC- Schüssel, und in der Mitte des Raumes ist ein Duschkopf zu sehen. Mehr befindet sich nicht darin. So auch kein Waschbecken usw. Das war es! Das Waschbecken hat gefehlt. Mal sehen, ob noch eines eingebaut werden kann. Dafür gibt es im Esszimmer ein Waschbecken. Da man in Malawi mit den Händen isst, wäscht man sie sich normalerweise am Tisch mit einer Schüssel und einem Wasserkrug. Die Leute, die jedoch mehr Geld haben und sich den Luxus mit fließend Wasser im Haus leisten können, haben eben ein Waschbecken im dem Esszimmer. Das ist doch dann ganz praktisch. Der Tag hier verläuft für mich auch etwas anders, als es früher der Fall war. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Langschläfer bin. Doch hier schaffe ich es, schon um 6.30 Uhr ausgeschlafen zu sein. Das liegt einfach daran, dass bei uns zur Zeit die Sonne um 17.30 Uhr untergeht. Um 18.00 Uhr ist es dann richtig dunkel. Und wenn es dunkel ist, geht man nicht mehr aus dem Haus. So wird man abends früh müde. Fernsehen gibt es nicht und der Akku für den Laptop reicht auch nicht ewig. So kann es gut sein, dass man sich nach den Nachrichten, die wir über die Deutsche Welle empfangen, schon um 21.30 Uhr mit einem Buch in der Hand ins Bett aufmacht-- oder dort gleich einschläft :)
Chichewa
Das ist die Sprache, die die Leute hier in Malawi hauptsächlich sprechen. So habe ich mich nun daran gemacht, die ersten Worte in dieser für mich so fremd klingenden Sprache zu lernen. Die Malawier freuen sich immer, wenn ich was in ihrer Sprache sagen kann. Doch oft endet das alles in einem großen Geläch- ter, da ich das Wort natürlich noch ganz falsch ausgesprochen habe. Doch das macht nichts. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Obwohl: als ich vor kurzem in der Bibel die Stelle in der Apostelgeschichte 2 gelesen habe, wie die Leute den Heiligen Geist bekommen haben und dann in den verschiedensten Sprachen sprechen konnten, wurde ich schon etwas neidisch.
Essen bei Malawiern
Als ich mit Marion einmal bei einer malawischen Frau eingeladen war, hatte diese ein leckeres, typisches malawisches Gericht gekocht. Es gab Nsima (Maisbrei), gekochte Blätter und Fisch. Ich war froh, dass ich nicht wie Marion den Kopf bekommen habe, sondern ich bekam die hintere Hälfte des Fisches. Eigentlich mag ich Fisch nicht so sehr, doch der war in Tomaten gekocht, und war wirklich lecker. Mit nur der rechten Hand habe ich mich dann daran gemacht, alles zu essen. Aus dem Maisbrei macht man eine Kugel, und diese kann man dann in die Soße eintauchen und mit etwas Blättern oder Fisch essen.
Liwonde Nationalpark
In Liwonde gibt es einen Nationalpark. Dort sind Marion und ich einmal an einem Nachmittag hin und haben Ausschau nach Tieren und schönen Pflanzen gehalten. Wir haben viele Gazellen und Wildschweine gesehen. Viele Vögel zwitscherten mir unbekannte Melodien, und von weitem sahen wir Nilpferde und Elefanten. Doch das nächste Mal müssen wir ein Fernglas mitnehmen.
Auto fahren
Im Park bin ich auch das erste Mal mit einem Auto in Malawi gefahren. Das ist schon ein komisches Gefühl. Erstens haben wir hier nur sehr große Autos (Landcruiser / Pick-Up´s) und zweitens fährt man hier auf der linken Strassenseite. Das ist komisch, wenn auf einmal die Gangschaltung links ist, der Scheibenwischer und der Blinker vertauscht sind, und der Gegenverkehr auf einmal rechts an mir vorbei will. Einmal kam auf einer schmalen Staubstraße ein Auto entgegen und ich fuhr ganz brav rechts ran, um es vorbei zu lassen. Ups! Ich muss hier doch links ran fahren, also doch noch schnell die Strassenseite wechseln :o)
September 06
Flug
Am 18.8.06 sind Marion Engstler und ich sehr müde in Blantyre gelandet. Wir hatten einen Flug von Stuttgart Über Amsterdam -- Nairobi --Dar es Salaam nach Blantyre. Es ging alles sehr gut. Bis auf das, dass wir in dieser Nacht fast nicht geschlafen haben. So hatten Marion und ich genügend Zeit zum Reden. Uns freute natürlich, dass so viele Freunde und Verwandte mit an den Flughafen gekommen waren. Wirklich schön!!! In Amsterdam wurde ich an der Handgepäckkontrolle nochmals aufgehalten. Als meine Gitarre durchleuchtet wurde, sagte der Mann mit ernstem Gesicht, dass ich nicht weiter gehen dürfte. "Why" fragte ich erschrocken. So meinte der Sicherheitsbeamte, dass ich erst ein Lied auf der Gitarre vorspielen müsste dann dürfte ich durch. So diskutierten wir noch eine Weile und schließlich durfte ich durch, ohne ihm ein Lied vorzuspielen.
In Nairobi habe ich dann noch ein Wunder erlebt: Marion und ich gingen zusammen an einen Schalter, was wir zuvor nicht taten. So schaute der Beamte unsere Tickets an und meinte, dass wir ab hier jeweils 80 Dollar bezahlen müssten, da ich 10 kg mehr Gepäck dabei hatte, als ab Nairobi zugelassen war. Das wusste ich auch schon vorher und wollte das Geld auspacken, als Marion dem Beamten erklärte, dass sie ein anderes Ticket hätte, und sie nichts dazu zahlen müsste. Er schaute nach, und das stimmte. Er schaute noch mal bei mir, und irgendwie hatte er bei mir die Gewichtsbegrenzung nicht gleich gefunden. So gab er uns alle Papiere zurück, und ich durfte weiter fliegen ohne nur einen Cent zu bezahlen. Das freute mich natürlich!
Todmüde stiegen wir am nächsten Tag in Blantyre aus dem Flugzeug, und auf der Aussichtsterrasse winkten uns Margit Schwemmle und- zu unserer großen Überraschung, Judith Lind entgegen. Ich sagte: " Das ist Judith!!!" Doch Marion meinte -- "das kann nicht sein! Die ist doch in Sambia". Und doch war es Judith. Mit ihr wohnte ich im letzten Jahr einige Zeit in Kanada zusammen. Als Überraschung war sie mit an den Flughafen gekommen und machte noch ein paar Tage Urlaub in Malawi. Nun ist sie wieder zurück in Sambia, wo sie als Hebamme arbeitet.
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