Brücken Juni 07
Stellt euch vor, ihr seid mit dem Auto unterwegs, auf der Rücksitzbank sitzen 4 Frauen und ein Baby, und ihr seid auf dem Weg zu einer Frauen –Schulungs- Woche!
Das ist Alltag, wenn ich mit Marion unterwegs bin. Doch einmal sind wir an eine Brücke gekommen, über die wir schon des öfteren gefahren sind. Doch die Regenzeit hat der Brücke ganz schön zugesetzt. Und auch, dass manche Leute die Bretter als Brennholz verwenden, ist für eine Brücke nicht sonderlich hilfreich! Also standen wir vor der 3-4 Meter hohe Brücke und überlegten wie wir am besten um die vielen Löcher in der Brücke herum fahren können.
Alle mussten aussteigen, damit das Auto leichter wird, und ich zeigte Marion, wie sie fahren sollte, doch auf einmal krachte es unter einem Rad und Marion steckte mit dem Auto in einem Loch fest, und direkt vor dem anderen Rad befand sich ein anderes großes Loch!
Mit viel Gebet und Gottes Bewahrung erreichten wir aber trotzdem unser Ziel. Die malawischen Frauen waren froh, dass ich dabei war, denn sie hätten Marion in dieser Situation nicht helfen können. Gut, dass Gott auf uns aufgepasst hat und die Brücke nicht durchgebrochen ist!
Krokodile Juli 07
Vor einiger Zeit war ich mit Volzens auf einer Krokodilfarm. War nett die großen Krokodile aus der Nähe zu sehen und zu wissen, dass sie einem nichts tun können. Am Fluss ist es ganz schön gefährlich wenn die Krokodile einem zu nah kommen.
Nicht selten werden Fischer oder Leute, die Wasser am Fluss holen, von einem Krokodil angegriffen.
Kalte Jahreszeit Juli 07
Nun ist die kalte Jahreszeit. Morgens hat es ca. 9°C und ich bin froh, dass ich in einem warmen Bett schlafen kann. Der Nachtwächter muss jedoch die ganze Zeit draußen sein –brrr- ich würde erfrieren!
Da man hier in Malawi als Frau immer einem Rock trägt ist es manchmal wirklich kalt. Heizung gibt es natürlich auch keine und so heißt es Rock, Unterrock und manchmal gestrickte Socken anziehen – das sieht echt lustig aus!
Haare schneiden
Malawier haben natürlich ganz andere Haare als wir. Als ich vor kurzem Marion auf der Terrasse die Haare geschnitten habe, war unser Wächter ganz erstaunt, dass wir Weißen auch Haare schneiden müssen. Er dachte, die sind halt so wie sie sind.
Malawier haben ganz langsam wachsendes Haar, und wenn sie lange Haare wollen, müssen sie etwas hinein schmieren, was die Haare glatt macht, etwas was sie feucht macht, damit sie nicht abbrechen und noch mal etwas, das ich vergessen habe, aber sie waschen die Haare nur ein Mal in der Woche! Höchstens!
Vor kurzem habe ich gelernt wie man in Chichewa sagt, dass das Kind eine Nadel in den Haaren hat! Ich wunderte mich über diesen Satz, welches Kind hat denn schon eine Nadel in den Haaren? Meine Lehrerin erklärte mir, dass wenn man die Haare flechtet, es sehr juckt. Sie zog auch aus einem Zopf eine stumpfe gelbe Nadel heraus, mit der sie sich auch immer die Kopfhaut kratzt!
Geburtstag 30.04.
Danke an alle, die an unseren Geburtstag gedacht haben. Viele haben uns ein Päckchen, eine Karte oder Brief geschickt, ein Mail geschrieben oder angerufen. Danke!
Ja, ihr habt richtig gelesen. Unser Geburtstag. Marion und ich haben nämlich am gleichen Tag Geburtstag! Auch Corinna die Lernhelferin der Kinder von Volzens hat auch am 30.4. So gab es ein nettes Fest am 1.Mai.
Marion und ich haben uns überlegt was wir kochen wollen, doch als wir in der Stadt waren, haben wir die Hälfte nicht bekommen und so mussten wir unseren Speiseplan umschreiben. Also planen ist gut, doch flexibel sein noch besser!
Maisernte
Zwei Mal haben wir bei der Maisernte bei einem Pfarrer geholfen. Er leitet ein Waisenkinderprojekt und so halfen wir mit unserer Arbeitskraft und unserem Auto gerne mit.
Jede Maisstaude hat höchstens einen Maiskolben und der muss von Hand abgerissen, und geöffnet werden. Aller Mais muss dann nach Hause gebracht werden. Normalerweise machen sie es mit einem Korb auf dem Fahrrad oder tragen alles auf dem Kopf nach Hause. Da wir aber mit dem Auto dabei waren wurde alles bis oben hin voll geladen!
Frauen - Schulungs- Wochen
Dusche und WC
Marion ist ca. jede zweite Woche im Dorf um eine Frauenschulungswoche durchzuführen. Jedes zweite Mal gehe ich mit. Dort werden die Frauen zu verschiedenen Themen wie Familie, Kranke pflegen, usw. unterrichtet und natürlich vor allem in Bibelkunde AT. Die Frauen werden sich auch im nächsten Jahr treffen und gemeinsam das Neue Testament durchnehmen.
Es ist hier schon sehr wichtig, anderen Leuten Ehre zu geben. Man macht einen Knicks beim Danke sagen, oder klatscht leise in die Hände. Eine Art Ehre zu zeigen ist, dass Marion und ich morgens als erstes ins Bad dürfen! (Ich würde zwar gerne noch länger schlafen aber na ja) Also dürfen wir in das Bad gehen welches entweder aus Lehmsteinen gemauert ist oder aus Gras gemacht ist. Einmal war die Mauer nicht wirklich hoch und alle Leute auf der Straße konnten sehen, dass du in einem Buschbad stehst!
Zum Glück bin ich auch nicht so groß und so sah man nur meinen Kopf.
Beim WC war das auch nicht viel besser. Das Loch war zu weit vorne oder eben der Eingang zu weit hinten. Wenn man über dem Loch stand konnte man auch ganz genau beobachten, wer auf der Straße vorbei ging! Natürlich auch umgekehrt. Und als Weiße fällt man einfach auf!
Kinder-Koch-Kurs
Was versteht ihr unter Kinderkochkurs? Für mich ist das die Zeit in der die Kinder mir das Kochen beibringen. Mandasi – Fasnetsküchle oder Nsima - Maisbrei!
Es ist schön mit ihnen auf der Holzkohle zu kochen. Hab mir überlegt, dass ich demnächst mal mit ihnen Spätzle machen möchte. Mal sehen ob sie das mögen!
Zauberdoktor und Bräuche
Hier in Malawi gibt es sehr viele Zauberdoktoren. Man erkennt die Häuser an den weißen Fähnchen. Viele Leute gehen dort hin wenn sie krank sind, oder wenn sie sich eine gute Ernte erkaufen wollen oder wenn sie einen Fluch auf jemanden legen wollen.
Auch gibt es viele Bräuche. Z.B. machen die Frauen um den Hals ihrer Kinder einen Wollbändel, damit die Fontanelle zugeht. Sie denken, wenn man das nicht macht, würde der Kopf des Kindes auseinander fallen oder das Kind wird krank oder behindert!
„Abwasser“ Eis
Da bei uns fast täglich der Strom für einige Zeit weg ist, taut unser Gefrierfach immer mal wieder ab! Doch dann gefriert der ganze Kühlschrank mal wieder und alles ist voll Eis auch das Wasser-Auffangfach im Kühlschrank.
Als es draußen so richtig heiß war, nahm ich das Abwasser Eis mit nach draußen um damit Spiele mit den Kindern zu machen.
Als ich dann kurz ins Haus ging, sah ich wie die Kids das Eis mit Genuss gegessen haben! Na ja auch egal, ist sicher nicht schmutziger als ihr Wasser zu Hause.
Minibusfahrt
Manchmal fahre ich mit dem Minibus in die Stadt. Ist jedes Mal ein Abenteuer. In dem Bussle hat es 4 Sitzreihen die nach vorne schauen und eine Bank, direkt hinter der Fahrerbank, schaut nach hinten. In Deutschland würde man sagen, dass 12 Leute Platz haben. Hier sitzen aber pro Reihe min. 4 Personen mit Kindern und Gepäck. Die Sitze sind so nahe beieinander, dass die Knie dem Vordermann in den Rücken drücken. Also normalerweise sitzen hier in einem Minibus 24 Erwachsene. Als ich nach Blantyre gefahren bin, waren wir aber zeitweise 28 Leute in dem Bussle.
Manchmal wird das Gepäck der Leute auch unter die Sitze geschoben. So hatte ich meine Füße auch schon auf einem feuchten Sack mit frischem Fisch. Vielleicht könnt ihr euch den Geruch im Minibus vorstellen wenn Fisch, Schweiß und der Kinderwindelduft zusammen kommt! 
Baby Geschenke
Wenn ein Baby geboren wird verschenken wir Missionare oft eine Windelhose und eine Stoffwindel. So ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass wenn man das Kind auf den Schoß nimmt, nicht gleich angepinkelt wird. Den Frauen hier scheint das gar nichts zu machen. Die Kinder werden mit einem Tuch auf den Rücken gebunden. Von Zeit zu Zeit wird der Rücken mal nass, aber was macht das schon, trocknet doch wieder!
April 07:
Geschenke:
Was macht man mit Geschenken? Je nach dem was es ist, schlachtet man es, man kocht es, oder man versucht es wieder weiter zu verschenken. Ich bin froh, dass das Schlachten Marion übernommen hat, Mais kochen mach ich gerne,.
Weiter verschenken ist natürlich immer klasse, denn dann freut sich noch jemand anderes darüber.
Geschenke die aus Deutschland kommen sind natürlich auch immer klasse! Schokolade, Eiskaffee, Salatkrönung usw. wurde mir in einem Paket zugeschickt. Schon an der Post habe ich gerochen, dass die Eiskaffee Dose geplatzt ist! Na und so habe ich zuerst alles andere im Paket gewaschen! Gut war, dass alles andere in Tupperdosen und Tüten eingepackt war! Die Frau an der Post fragt auch gleich was denn da drin ist, und als ich sagte, dass meine Freunde mir Cappuccino und so schicken, musste sie lachen und meinte sie kommt mal vorbei um das alles zu probieren! Nun Geschenke bekommen ist einfach klasse :)
Februar 07
Es ist wirklich nicht zu glauben, aber die Zeit vergeht so schnell. Nun bin ich schon 5 Monate hier in Malawi und staune immer wieder, was man hier alles erleben kann.
Wasserfahrten:
Einmal gab es auf der Fahrt von einem Teammeeting nach Hause etwas Abenteuer! Vor einer Brücke war nämlich der Fluss und nach der Brücke war auch nur Wasser. Knietief! War aber echt cool, da durch zu fahren und rechts und links voll die Wasserfontäne zu machen! Es waren auch ganz viele Leute drumrum gestanden und haben zugeschaut, ob wir durchkommen. Die hätten uns bestimmt geholfen, wenn wir es nicht geschafft hätten! Es ist schon cool, so große Autos zu fahren, auch wenn sie schon etwas älter sind! Später haben wir hier in Balaka eine Mitfahrerin noch ein Stückchen heimgefahren. An der Stelle, die sonst immer matschig ist, war alles okay. Dann wurde es schon so langsam dunkel, und es kam uns ein Auto entgegen. Na, zumindest versuchte es dies. Es hat's auch grad noch geschafft. Dort war nämlich alles super matschig. Ein anderes Auto hatte es anscheinend nicht geschafft und hing nun im Graben fest. Da waren wir froh, dass uns das entgegenkommende Auto gewarnt hatte. Die kamen genau im richtigen Moment, sonst wären wir da voll rein gefahren! Na ja, aber auf der Straße gab es keine Stelle zum Ausweichen. So kamen wir nicht aneinander vorbei und ich musste mind. 2km rückwärts fahren. Dann sind wir in einen Seitenweg gefahren, um umzukehren. Was zur Folge hatte, dass wir schließlich feststeckten. Marion machte sich die Füße dreckig und stellte an den Rädern den Allrad ein. So konnten wir letztlich nach Hause fahren!
Ein anderes Mal sind wir von einem Gottesdienst nach Hause gekommen. Dieses Mal ist Marion gefahren. Als wir an die Stelle kamen, an der am Morgen das Wasser noch knietief war, war es nun auf Oberschenkelhöhe gestiegen. Ich hatte dann das Vergnügen, durchzulaufen durch das braune, schnell fließende Wasser und nachzuschauen, ob man mit dem Auto durchfahren kann. Natürlich wollte ich auch noch ein Beweisfoto machen! Als dann das Wasser beim Durchfahren bis an die Windschutzscheibe schwappte, musste ich doch auch etwas schlucken und überlegte mir, ob ich zu mutig war, als ich sagte, wir kommen durch. Aber alles ging gut und Gott hat uns gut und unversehrt nach Hause gebracht!
Äpfel!
Hier sind Äpfel schon ziemlich teuer, wenn man sie in der Stadt kauft. Aber für eine kurze Zeit gibt es Äpfel von hier zu kaufen, die zwar sehr sauer, aber zum Kuchenbacken sehr gut sind. Wir wollten ein paar einfrieren. Dazu soll man sie kurz kochen. Mein Versuch die Äpfel kurz zu kochen misslang schließlich. Grund: meine Kids zum Spielen kamen in diesem Moment und ich habe den Topf auf dem Herd völlig vergessen. Nun haben wir das Apfelmus eingemacht! Das ist auch super lecker und hier was richtig besonderes!!!
Krankenhaus
Ich musste vor kurzem mal zum Doktor. Den findet man hier nicht in einer Arztpraxis, sondern im Krankenhaus. Also ging ich dort hin! Dort redete ich mit einem Arzt wegen meinen juckenden Augen, und, ohne dass er mir in die Augen geschaut hätte, sagte er mir, dass das eine Allergie gegen die Sonne ist! Ich soll mir eine Brille machen lassen, bei der die Gläser nachtönen, wenn man in die Sonne geht. So eine würde er auch tragen. Ohne Stärke! Dazu muss man wissen, dass Malawier Brillen lieben, da man damit intelligent aussieht!
Wegen Magen- Darm Problemen sollte ich als nächstes eine Urin- und Stuhlprobe abgeben. Dazu bekam ich zwei Gläschen mit einer Öffnung von einem Zentimeter und wurde auf die Toilette geschickt. :)
Danach ging es wieder zu dem Arzt hinein, und er sagte, ich solle jetzt ein paar verschiedene Medikamente nehmen und beten, und wenn die Medikamente nicht wirken, dürfen wir gerne wieder kommen, und er würde dann für mich beten. Er zitierte noch aus Psalm 103 …und heilt alle deine Gebrechen… Stellt euch vor, das würde euch euer Doktor in Deutschland sagen. Ich glaube zwar auch, dass Gott die Gesundheit schenken kann, aber dass das der Doktor meint, war doch nett!
Hoftor
Nach langem Warten bekamen wir nun ein Hoftor an unsere Mauer. Sie brauchten einen ganzen Tag, um dieses Tor einzubauen und wir durften nicht raus noch rein, bis der Zement trocken war. Als wir aber am nächsten Tag mit dem Auto los mussten, ging das Tor nicht richtig auf, da es zu nah an die Wand gebaut wurde. Kein Problem. Das, was zu viel Wand war, wurde einfach wieder weggeschlagen. Nun geht es auf und zu, und nun können unsere Hunde bei Nacht frei herumlaufen!
Hunde und Hühner!
Unsere Hunde lieben frisches Fleisch! Wenn sie es schaffen, sich loszureißen, dann kann es sein, dass sich Nachbars Hühner nicht mehr retten können. So musste Marion schon einen „Sorry-Kuchen“ backen und bei Nachbars beichten. Da wir uns aber gut mit ihnen verstehen, gab es auch kein Problem. Im Gegenteil. Der Nachbar kam und erzählte eine Geschichte! Hier ist sie: Es war einmal ein Bauer, dessen Ziege hatte vom Nachbarn das Getreide gefressen. Der Nachbar kam und sagte er wolle sein Getreide wieder haben. So musste die Ziege geschlachtet werden. Einige Zeit später hat des Nachbarn Kind etwas von dem Brot des Bauern genommen und gegessen. Nun ging der Bauer zum Nachbarn und sagte, dass er sein Brot wieder haben wolle. So musste das Kind…
Was wollte unser Nachbar uns mit der Geschichte sagen? Sicher, dass alles auf Gegenseitigkeit beruht! Er tut uns Gutes und wir ihm!
September 06
Flug
Am 18.8.06 sind Marion Engstler und ich sehr müde in Blantyre gelandet. Wir hatten einen Flug von Stuttgart Über Amsterdam -- Nairobi --Dar es Salaam nach Blantyre. Es ging alles sehr gut. Bis auf das, dass wir in dieser Nacht fast nicht geschlafen haben. So hatten Marion und ich genügend Zeit zum Reden. Uns freute natürlich, dass so viele Freunde und Verwandte mit an den Flughafen gekommen waren. Wirklich schön!!! In Amsterdam wurde ich an der Handgepäckkontrolle nochmals aufgehalten. Als meine Gitarre durchleuchtet wurde, sagte der Mann mit ernstem Gesicht, dass ich nicht weiter gehen dürfte. "Why" fragte ich erschrocken. So meinte der Sicherheitsbeamte, dass ich erst ein Lied auf der Gitarre vorspielen müsste dann dürfte ich durch. So diskutierten wir noch eine Weile und schließlich durfte ich durch, ohne ihm ein Lied vorzuspielen.
In Nairobi habe ich dann noch ein Wunder erlebt: Marion und ich gingen zusammen an einen Schalter, was wir zuvor nicht taten. So schaute der Beamte unsere Tickets an und meinte, dass wir ab hier jeweils 80 Dollar bezahlen müssten, da ich 10 kg mehr Gepäck dabei hatte, als ab Nairobi zugelassen war. Das wusste ich auch schon vorher und wollte das Geld auspacken, als Marion dem Beamten erklärte, dass sie ein anderes Ticket hätte, und sie nichts dazu zahlen müsste. Er schaute nach, und das stimmte. Er schaute noch mal bei mir, und irgendwie hatte er bei mir die Gewichtsbegrenzung nicht gleich gefunden. So gab er uns alle Papiere zurück, und ich durfte weiter fliegen ohne nur einen Cent zu bezahlen. Das freute mich natürlich!
Todmüde stiegen wir am nächsten Tag in Blantyre aus dem Flugzeug, und auf der Aussichtsterrasse winkten uns Margit Schwemmle und- zu unserer großen Überraschung, Judith Lind entgegen. Ich sagte: " Das ist Judith!!!" Doch Marion meinte -- "das kann nicht sein! Die ist doch in Sambia". Und doch war es Judith. Mit ihr wohnte ich im letzten Jahr einige Zeit in Kanada zusammen. Als Überraschung war sie mit an den Flughafen gekommen und machte noch ein paar Tage Urlaub in Malawi. Nun ist sie wieder zurück in Sambia, wo sie als Hebamme arbeitet.
Ich bin in Malawi
Jetzt bin ich wirklich in Malawi. Seit einigen Jahren habe ich mich auf die Zeit hier vorbereitet. Im letzten Jahr war ich für acht Monate in Toronto, um Englisch zu lernen und vieles über die verschiedenen Kulturen zu erfahren. Doch nun bin ich wirklich hier. Ich konnte es die ersten Tage noch gar nicht fassen. Und auch jetzt, nach den ersten Wochen, ist es manchmal wie in einem Traum. Ich sitze am Schreibtisch, schaue aus dem Fenster und sehe Leute mit Wassereimern, Holz, Maissäcken und vielem mehr auf dem Kopf vorbei laufen. Das sieht für mich so "unwirklich" aus. Und dann die schönen Sonnenuntergänge, die Autofahrt über Staubstraßen mit Schlaglöchern, die anderen Geräusche und Gerüche, Papaya essen, Zitronen und Bananen vor dem Haus haben. Ja, vieles ist anders und es gibt noch so viel zu erzählen. Doch das muss ja nicht gleich alles auf einmal sein.
Zur Zeit wohne ich in Chisomo. Das ist eine Ausbildungsstätte für Pastoren. Hier unterrichten unter anderem Michael Volz und Margit Schwemmle. Bei Margit wohne ich nun für die ersten Wochen, bis Marion und ich in unser Haus in Balaka einziehen können.
Haus
Wir haben schon eins angeschaut, und nun laufen noch die Verhandlungen. Ein paar Dinge müssen am Haus noch gemacht werden, bevor wir einziehen können. Wir werden sicher in den nächsten Wochen mal wieder umziehen können. Es war für mich sehr interessant, als wir das Haus angeschaut haben. Es ist wirklich schön und groß, und ich denke, wenn es mal eingerichtet ist, auch gemütlich. Ich stand nur einige Zeit vor dem Badezimmer und überlegte mir, was dort für mich nicht stimmte. Erst nach einigen Stunden fand ich des Rätsels Lösung: In dem Badezimmer gibt es nur am Ende des Raumes erhöht eine WC- Schüssel, und in der Mitte des Raumes ist ein Duschkopf zu sehen. Mehr befindet sich nicht darin. So auch kein Waschbecken usw. Das war es! Das Waschbecken hat gefehlt. Mal sehen, ob noch eines eingebaut werden kann. Dafür gibt es im Esszimmer ein Waschbecken. Da man in Malawi mit den Händen isst, wäscht man sie sich normalerweise am Tisch mit einer Schüssel und einem Wasserkrug. Die Leute, die jedoch mehr Geld haben und sich den Luxus mit fließend Wasser im Haus leisten können, haben eben ein Waschbecken im dem Esszimmer. Das ist doch dann ganz praktisch. Der Tag hier verläuft für mich auch etwas anders, als es früher der Fall war. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Langschläfer bin. Doch hier schaffe ich es, schon um 6.30 Uhr ausgeschlafen zu sein. Das liegt einfach daran, dass bei uns zur Zeit die Sonne um 17.30 Uhr untergeht. Um 18.00 Uhr ist es dann richtig dunkel. Und wenn es dunkel ist, geht man nicht mehr aus dem Haus. So wird man abends früh müde. Fernsehen gibt es nicht und der Akku für den Laptop reicht auch nicht ewig. So kann es gut sein, dass man sich nach den Nachrichten, die wir über die Deutsche Welle empfangen, schon um 21.30 Uhr mit einem Buch in der Hand ins Bett aufmacht-- oder dort gleich einschläft :)
Chichewa
Das ist die Sprache, die die Leute hier in Malawi hauptsächlich sprechen. So habe ich mich nun daran gemacht, die ersten Worte in dieser für mich so fremd klingenden Sprache zu lernen. Die Malawier freuen sich immer, wenn ich was in ihrer Sprache sagen kann. Doch oft endet das alles in einem großen Gelächter, da ich das Wort natürlich noch ganz falsch ausgesprochen habe. Doch das macht nichts. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Obwohl: als ich vor kurzem in der Bibel die Stelle in der Apostelgeschichte 2 gelesen habe, wie die Leute den Heiligen Geist bekommen haben und dann in den verschiedensten Sprachen sprechen konnten, wurde ich schon etwas neidisch.
Essen bei Malawiern
Als ich mit Marion einmal bei einer malawischen Frau eingeladen war, hatte diese ein leckeres, typisches malawisches Gericht gekocht. Es gab Nsima (Maisbrei), gekochte Blätter und Fisch. Ich war froh, dass ich nicht wie Marion den Kopf bekommen habe, sondern ich bekam die hintere Hälfte des Fisches. Eigentlich mag ich Fisch nicht so sehr, doch der war in Tomaten gekocht, und war wirklich lecker. Mit nur der rechten Hand habe ich mich dann daran gemacht, alles zu essen. Aus dem Maisbrei macht man eine Kugel, und diese kann man dann in die Soße eintauchen und mit etwas Blättern oder Fisch essen.
Liwonde Nationalpark
In Liwonde gibt es einen Nationalpark. Dort sind Marion und ich einmal an einem Nachmittag hin und haben Ausschau nach Tieren und schönen Pflanzen gehalten. Wir haben viele Gazellen und Wildschweine gesehen. Viele Vögel zwitscherten mir unbekannte Melodien, und von weitem sahen wir Nilpferde und Elefanten. Doch das nächste Mal müssen wir ein Fernglas mitnehmen.
Auto fahren
Im Park bin ich auch das erste Mal mit einem Auto in Malawi gefahren. Das ist schon ein komisches Gefühl. Erstens haben wir hier nur sehr große Autos (Landcruiser / Pick-Up´s) und zweitens fährt man hier auf der linken Strassenseite. Das ist komisch, wenn auf einmal die Gangschaltung links ist, der Scheibenwischer und der Blinker vertauscht sind, und der Gegenverkehr auf einmal rechts an mir vorbei will. Einmal kam auf einer schmalen Staubstraße ein Auto entgegen und ich fuhr ganz brav rechts ran, um es vorbei zu lassen. Ups! Ich muss hier doch links ran fahren, also doch noch schnell die Strassenseite wechseln :o)
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