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Gestern hätte ich mir allerdings gewünscht, mein Auto aus Malawi hier zu haben. Ich war unterwegs zu einem Vortrag, als auf der Autobahn Stau war. Ich war so dankbar, dass ich außergewöhnlich früh aufgewacht und früher als geplant losgefahren bin. So konnte ich stressfrei die Autobahn verlassen und über die Umgehungsstraße fahren. Was ich nicht wusste war, dass der Stau durch Überflutungen auf der Autobahn zustande gekommen ist. Als ich wieder auf die Autobahn wollte, musste ich einen überfluteten Streckenabschnitt überwinden. Mit dem Toyota, den ich in Malawi fahre, wäre das kein Probl em. Doch macht mein Passat da mit? Es gab auch andere Mutige, die sich in die Fluten wagten. Und sie kamen durch. Nur der tiefer gelegte Porsche hat umgedreht. Aus dem Auspuff des Kleinwagens vor mir kam eine ganz dunkle Rauchwolke, als er durch die überflutete Stelle fuhr. Er hatte wahrscheinlich zu viel Wasser abbekommen. Ich kam mit etwas Herzklopfen aber auch gut durch und so kam ich rechtzeitig zum Vortrag an.
Mittlerweile war ich schon in den verschiedensten Kreisen in unterschiedlichen Orten unterwegs. Kinderkirche, Kinderstunde, Jungschar, Teen- und Jugendkreise, Missionsabende und Gottesdienste, Gebets und Frauenkreise, Freizeiten usw.
Immer wieder bin ich überrascht, wie viel manche Leute über die Missionsarbeit wissen und wie treu sie dafür beten. Hier an dieser Stelle mal ein herzliches DANKE, auch ein liebes DANKE an die Leute auf dem Missionsberg, die dort die Infos über uns weitergeben. Ihr seid klasse!
Eure Damaris
Das Leben in anderen Ländern ist manchmal nicht so einfach, weil es so anders ist. Man könnte schon manchmal ausrufen: "Ich krieg die Krise!" Zu diesem Thema habe ich einen Artikel in der Zeitschrift "Mission weltweit" der Liebenzeller Mission geschrieben:
Der Krisentest Wenn Sie wissen wollen, ob Sie dazu neigen, gewisse Situationen als Krisen zu bezeichnen, dann beantworten Sie diese Fragen:
1. Nach dem Großputz im Haus setzen Sie sich gemütlich aufs Sofa. Plötzlich hören Sie, wie Ihr Nachbar mit dem Auto auf der Staubstraße vorbeifährt. Eine große Staubwolke kommt über die Mauer, durchs Fenster, genau in Ihre Wohnung. Dort legt sie sich wie eine dünne Decke auf alles im Haus. Wie reagieren Sie?
a) Sie springen auf und versuchen noch schnell die Fenster zu schließen … weiterlesen könnt Ihr hier (bitte anklicken, dann lädt der Artikel in einem PDF-Dokument, Größe 1,1 MB)
Wenn Ihr Interesse an der aktuellen Ausgabe von "Mission weltweit" habt, dann klickt einfach hier
Viel Spaß beim Lesen!
Mai 2010
Seit März bin ich wieder in Deutschland und hab mich so langsam eingelebt. Ich träume aber noch immer in Chichewa (Amtssprache in Malawi). Inz wischen habe ich den einen oder anderen von Euch schon gesehen – im Reisedienst oder auf den Missionsfesten. Ich bin nur etwas unzufrieden mit dem kalten, nassen Wetter in Deutschland. Aber der Sommer kommt ja noch, ich kann noch hoffen.
Mein erster Term (dreieinhalb Jahre in Malawi) ist schon vorbei. Die Zeit verging sooooo schnell. Doch hier noch ein paar Eindrücke der letzten Monate.
Team
Unser Team ist gewachsen. Hier seht ihr unser internationales Team
Von Deutschland ausgesandt: Familie Volz, Familie Mattmüller, Ehepaar Berger, Margit Schwemmle, Marion Engstler, Debora Jägers und ich.
Aus Holland: Familie Bos
Aus Österreich: Familie Urschitz
Aus der Schweiz: Davina Dahlhaus
Aus Papua Neuguinea (PNG): Familie Pondrun
Chefs – Blumen und Mais
Unsere Chefs aus Liebenzell haben uns in Malawi besucht. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und gute Gespräche.
In der Nacht habe ich mich sehr Über unseren grossen Gott gefreut, denn ich habe eine Blüte gesehen, die “Königin der Nacht” heißt. Sie blüht nur für kurze Zeit in einer Nacht. Gott hat so viel Schönes geschaffen und da hatte er auch noch Zeit um eine Blüte für die Nacht zu kreieren.
Doch wie schön auch diese Blume ist, so schwer ist es zuzuschauen, wenn andere Pflanzen nicht wachsen, da ihnen der Regen fehlt. Die Regenzeit in diesem Jahr ist von Gegend zu Gegend sehr unterschiedlich ausgefallen.
Oft wenn Marion und ich unterwegs waren, haben wir Überlegt, wie die Leute in unserer Gegend wohl durchs nächste Jahr kommen. Die erste Maisaussaat ist schon als kleine Pflanze wieder vertrocknet. So hofften die Leute auf eine zweite Aussaat, doch dafür hat es nicht mehr lange genug geregnet. Manche unserer Freunde haben anstatt zehn Säcken Mais nur drei Säcke geerntet. So beten wir mit ihnen, dass Gott sie versorgen wird.
Umzug
Mit dem Umzug standen für Marion und mich einige Veränderungen an. Seit Mitte März sind wir wieder in Deutschland. Doch dazu musste in Malawi so manches geregelt werden. Unsere sieben Sachen mussten eingepackt und verstaut werden. Alles wartet nun in einer Garage und einem Container bis wir im nächsten Jahr wieder kommen. Hoffentlich ziehen die Mäuse und Termiten in der Zwischenzeit nicht ein. Unser Umzugsauto war voll beladen und alle Freunde und Bekannte haben mitgeholfen. Zum einen da sie uns wirklich helfen wollten und zum anderen war es ja auch interessant was die zwei Deutschen alles in ihrem Haus haben. Mancher hoffte auch, dass noch etwas für ihn abfällt. Und ich denke für alle war etwas dabei.
Ziegelofen
In Malawi werden die Häuser mit selbstgebrannten Ziegeln gebaut. Ziegel herzustellen macht unglaublich viel Arbeit. Man braucht ein Grundstück mit guter Erde, aus der man Matsch gewinnen kann. Dazu laufen die Frauen oft weite Strecken, um Wasser zu holen. Die Männer stampfen und formen den Matsch und lassen die Ziegel in der Sonne trocken. Dann werden sie zu einem Ofen aufgestapelt und mit Erde verschmiert, um daraufhin gebrannt zu werden. Dieser Brennvorgang verbraucht sehr viel Holz. Eine Menge Leute helfen dabei zusammen.

Doch oft sehe ich, wie diese Ziegelöfen dann einfach stehen bleiben. Die Ziegel werden nicht verwendet und mit der Zeit wächst das Gras darüber. Wenn es regnet, war schliesslich die ganze Mühe umsonst. Es gibt sicher viele Gründe warum aus den Ziegeln kein Haus gebaut wurde. Beim einen mag das Geld fehlen, beim anderen ist der Herr des Ofens gestorben, der nächste ist nach Südafrika um Geld zu verdienen oder die Erde war einfach zu sandig und die Ziegel würden eh nicht halten.
Nun habe ich auch meine Arbeit und meine Mitarbeiter zurück gelassen. Wir haben zusammen geholfen und hatten gute Pläne für unser “Haus” – die Kinderstunden und Kids Clubs. Wir haben gemeinsam vieles aufgebaut. Nun müssen die Mitarbeiter ohne mich weiter machen. Doch mit Sicherheit werden sie in Anfechtungen kommen und Probleme werden unumgehbar sein. Es ist mein Gebet, dass die Mitarbeiter weiter Gottes Liebe an die Kinder weitergeben. Bitte denken Sie mit im Gebet an unsere Leute in Malawi.
In der Abschiedszeit haben wir uns natürlich auch von liebgewonnenen Freunden verabschiedet. Mayi Billey, unsere Vermieterin, ist uns ans Herz gewachsen. Sie und ihre Familie haben uns in den ganzen Jahren geholfen und nach uns geschaut. Auch Mayi Billey ist es schwer gefallen, dass wir nun wieder in Deutschland sind. Sie ist Muslimin und unterrichtet dort die Frauen. Doch sie hat von uns eine Bibel bekommen und auch da beten wir, dass sie eines Tages eine Zeugin unseres Herrn wird. Auch der Abschied von Bezirkspastor Waluma und seiner Familie ist uns schwer gefallen. Von ihnen habe ich viel gelernt und ich konnte sie alles offen fragen. Das tat gut.
Als ich wieder hier in Deutschland ankam habe ich gehört, wie begeistert Pastor Waluma nun von der christlichen Arbeit mit Kindern ist. Das freut mich sehr! Bewegend war die Abschiedsfeier, als die Kinder ein Anspiel gemacht haben und alle in dem Anspiel weinend erkannt haben, dass wir nach Deutschland gehen. Am liebsten hätte ich alle eingepackt und mit nach Deutschland genommen. Sie hatten Gedichte geschrieben, Lieder gesungen und getanzt. Marion und ich, wir haben uns natürlich auch verabschiedet – mit einem Gemeindeessen. Der Lacher des Tages war, dass Marion und ich zu diesem Anlass eine malawische Kraushaarperücke aufhatten.
So kamen wir dann auch am Flughafen in Stuttgart an. Wegen den Perücken haben unsere Eltern uns nicht einmal erkannt und wir konnten an ihnen vorbei gehen. Das war ein Lachen, als wir uns zu erkennen gegeben haben.

Das waren die letzten Berichte aus der Zeit in Malawi für dieses Jahr. Nun bin ich im Reisedienst. Das heisst in vielen Orten habe ich und werde ich über unsere – nein besser gesagt über Gottes Arbeit – in Malawi berichten. Ich hoffe wir sehen uns mal in dieser Zeit! Bis dahin. Be blessed!
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